Wunderbare Algarve

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  • Beitrag zuletzt geändert am:Januar 11, 2026

Unlängst sah ich – zufällig und eher unfreiwillig – den Bericht eines lebendigen, freundlichen Herrn, seines Zeichens pauschaltouristischer Vorkoster. Er buchte einen Kurztrip in den Süden Portugals, um hier Sommer, Sonne, Landschaft und Kultur zu genießen und dabei die Angebote durchaus kritisch zu prüfen und zu dokumentieren. Nach dem Flug nach Faro (1) gelangte er problemlos mit dem Bus (oder Taxi? 2) ins schöne Hotel mit Vollpension und Meeresblick an der Küste, genannt Algarve.

Doch was kann man da außer (Sonnen-) Baden noch so anstellen? Zum Beispiel fährt man raus mit dem Boot (3), um Delfine in freier Wildbahn zu beobachten – schön! Oder man tuckert (4) durch die imposanten Meeresgrotten zu unerreichbaren, besser: verbotenen Traumstränden. Aufregend wird es dann bei einer Art Schleppdrachen-Fliegen im Dreiersitz, wo ein starkes Motorboot (5) die Touristen hinter sich herzieht. Dabei dürfen sich die Passagiere den Kick selber einstellen: Wie nass wollen sie werden, berührt der Schleppdrachen einmal die Wasseroberfläche? Ein echtes Erlebnis!

Aber man muss ja auch mal raus aus dem Ort. Es gibt Motorroller (6) günstig zu leihen, auf dem man schnell zu einem 40 km entfernenten touristischen Ziel gelangt. Dort darf man in die Küche schauen, wo auf großen Herden (7) die traditionelle Suppe gekocht wird. Geheimrezept: Alle Zutaten müssen frisch sein! Ich will mir jetzt ersparen, darüber zu sinnieren, wie dies möglich ist, denn der Leser wird spätestens jetzt erahnen, worauf ich mit meinen Nummerierungen hinauswill.

Ja, genau: Hier präsentiert – oder propagiert? – das öffentlich-rechtliche Fernsehen Deutschlands eine Freizeitgestaltung, die wesentlich von der Verbrennung fossiler Energieträger getragen wird.

Und das 10 Jahre nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens, bei dem sich 195 Vertragsstaaten darauf geeinigt haben, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten.

Als daraufhin jahrelang kaum etwas zur Erreichung dieser Ziele unternommen wurde, trat die Jugend- und Bürgerbewegung Fridays For Future auf den Plan, welche zumindest in Deutschland den Wandlungsprozess, genannt Energiewende, beschleunigte. Das zentrale Anliegen dieser Transformation ist die Vermeidung sämtlicher CO2-Emissionen.

Dass eine Fernsehsendung – und von dieser Art gibt es ja gefühlt hunderte – dieses Anliegen so dreist konterkariert und dieses Unterlaufen geradezu als salonfähig präsentiert, bestätigt für mich ein weiteres Mal die wichtige Erkenntnis: Die Information der Bevölkerung über die drohende Klimakatastrophe (siehe den vorherigen Blog-Post) hat keine nennenswerte Verhaltensänderung hervorgebracht. Darin haben sich alle Klima-Aktiven – auch ich – getäuscht, die glaubten, dass der Mensch aus Einsicht und Vorsicht handelt.

Wer mag sich die anderen Folgen dieser Serie einmal anschauen? Der Urlaubs-Checker nimmt auch die Kreuzfahrtschiffe unter die Lupe. Womöglich ebenso aus der Perspektive des kurzsichtigen Konsumenten…

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