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Komet Hale-Bopp

Verschiedenes

Eine seltene Erscheinung - und schon fast vergessen:

Der Komet Hale-Bopp von 1997

Zwei Welten treffen sich: Ein schwäbischer Apfelbaum auf der Streuobstwiese vor einer Kapelle auf dem Berg; dahinter das bestirnte Weltall mit dem Kometen im “Vordergrund”. Hier die nüchternen Fakten:

  • Aufnahmezeitpunkt: 2.4.1997 gegen 21:00 Uhr

  • Aufnahmeort: Ortsausgang von Hirschau in Richtung Wurmlingen etwa 50m nördlich der Straße.

  • Fototechnik: Kleinbildfilm 24*36, 400 ASA, Blende 1.9, 50mm Brennweite, 20sec Belichtung.

  • Obwohl das Foto nicht retuschiert oder anderweitig manipuliert ist, gibt es nicht den Eindruck des Beobachters wieder: Es sind viel mehr Sterne als mit bloßem Auge zu erkennen (bis zur 8. statt 6. Größe). Das Bild ist farbig, für den Menschen sind aber nachts "alle Katzen grau" d.h. man hat bei dieser Dunkelheit keine Farbempfindung mehr. Schließlich ist der blaue Schweif mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen.

  • Der Komet, dessen Kern einen Durchmesser von 30-40 km hat, befindet sich nahe seinem sonnennächsten Punkt, sein Schweif ist immer von der Sonne weg gerichtet, in diesem Falle also nach "oben", die Sonne ist ja im Westen (im Bild links) untergegangen.

  • Man erkennt zwei Schweife: Einen weißlichen Staubschweif, der das Sonnenlicht reflektiert und einen bläulichen, bestehend aus ionisiertem, leuchtendem Gas.

  • Hale-Bopp erscheint vor dem Hintergrund des Sternbildes Perseus auf der Grenze zu Andromeda direkt unterhalb des offenen Sternhaufens M34, einer Ansammlung von 50 Sternen in einer Entfernung von 1434 Lichtjahren.

  • Rechts oben sind die beiden Sternhaufen h und Chi im Perseus zu erkennen. Sie sind etwa 7000 Lichtjahre entfernt und bestehen aus je etwa 300 Sternen.
  • Rechts unten schimmert noch unsere Nachbargalaxis M31 (Andromeda-Nebel) durch die Büsche.
  • Die Größe, mit der die Sterne abgebildet werden, hat nicht direkt mit ihrem wirklichen Durchmesser in Kilometern zu tun. Der belichtete Fleck auf dem Film wächst mit der sichtbaren Helligkeit des Sterns. So erscheint ein naher, großer, aber leuchtschwacher Stern kleiner, als ein wirklich kleiner, sehr heller, aber weit entfernter.
  • Die unterschiedliche Farbe der Sterne rührt von ihrer Oberflächentemperatur her: So hat z.B. Beta Persei (Algol) eine Temperatur von über 11000 K und erscheint daher auf der Aufnahme weiß, während Rho Persei unter 3500 K heiß ist und daher orangefarben abgebildet wird. Zum Vergleich: unsere Sonne mißt an ihrer Oberfläche etwa 6000 K.
  • Man erkennt, daß die Abbilder der Sterne zu kleinen Linien auseinandergezogen sind - ungefähr von links oben nach rechts unten. Dies rührt her von der Erddrehung, welche die Lichtpunkte in den wenigen Sekunden der Belichtung so "verschmiert".
  • Das nächste Mal wird Hale-Bopp in etwa 2380 Jahren wiederkehren.

Es hat viele schöne Aufnahmen von diesem Naturschauspiel gegeben - aber wohl keine vergleichbare mit dem Wahrzeichen des Neckartals zwischen Rottenburg und Tübingen, der Wurmlinger Kapelle. Wohl darum war die Nachfrage nach diesem Foto damals so riesig.


Digitale Versionen der insgesamt drei Aufnahmen mit voller Auflösung finden sich hier, hier und hier. Wer sich ein Poster anfertigen möchte, nehme bitte Kontakt mit mir auf!

 
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